--- type: blog source_url: "https://www.welt.de/sport/fussball/article6a7d7d7d169e8e32c0ae64ef/peinliches-aus-in-den-usa-viel-qualitaet-zu-hause-gelassen-ki-analyse-zeigt-gruende-des-deutschen-wm-scheiterns.html" retrieved: 2026-08-16 title: "Peinliches Aus in den USA: KI-Analyse zeigt Gründe des deutschen WM-Scheiterns" author: "Julien Wolff (WELT)" tags: [ki-fussball, plaier, spieleranalyse, wm-2026, deutschland] --- # KI-Analyse des deutschen WM-Scheiterns (Plaier) Quelle: WELT, Julien Wolff, 2026-08-16. Autor: Julien Wolff (Sportkompetenzcenter WELT). ## Kontext - Jürgen Klopp hat die Arbeit als Bundestrainer aufgenommen. - Sein Vorgänger Julian Nagelsmann schied bei der WM 2026 (USA, Mexiko, Kanada) im Sechzehntelfinale gegen Paraguay aus. - Die Firma Plaier hat das Scheitern mit einer KI-Anwendung analysiert. ## Über Plaier - Wachsendes KI-Unternehmen im internationalen Fußball. - VfL Osnabrück nutzt die KI-Anwendung zur Spielersuche und stieg in die Zweite Liga auf. - Büros in USA, Deutschland, Spanien; aktiv auf dem asiatischen Markt. - CEO/Gründer: Jan Wendt. ## Methodik - Score basiert auf Auswertung von mehr als 2 Millionen Spielen, mehr als 400.000 Spielern, Milliarden von Datenpunkten. - Stützt sich auf KI und mathematische Prinzipien, die auch in Sprachmodellen wie ChatGPT verwendet werden, speziell für Fußball adaptiert. - Nutzt nicht nur Fifa-Daten, sondern Daten aus Vereinsspielen und Nationalmannschaften (Turnierdaten zu gering und volatil). - Zwei Scores: - **N18 Nominal Score:** Stärke des Kaders. Deutschland schwächer als Halbfinal-Teilnehmer. - **Effective Score:** Stärke der elf aufgestellten Spieler. Deutschland ebenfalls schwach. - Emotionale und psychologische Faktoren wurden nicht berücksichtigt. ## Kern-Ergebnisse - Nagelsmann nominierte teilweise nicht die richtigen Spieler — „viel Qualität zu Hause gelassen" (Wendt). Laut Plaier bestimmt Kaderqualität 90 Prozent der sportlichen Leistung. - Aus dem nominierten Kader stellte er nicht immer die passenden Spieler auf. - Aufgestellte Spieler spielten nicht immer auf der passenden Position. ## Score-Werte - Gesamtdurchschnitt Team-Score deutscher WM-Kader: 5082. - Bestmöglicher realistischer Kader: 5503. - Vergleich: Spanien 5666, Frankreich 5506, England 5595. ## Spieler-Beispiele - Joshua Kimmich (FC Bayern): knapp 7000, einer der wenigen Weltklasse-Spieler. Musste unter Nagelsmann als Rechtsverteidiger spielen, statt zentral als „DeepLying Playmaker" (laut Plaier eine der wichtigsten Positionen). - Florian Wirtz (FC Liverpool): Score 5397, spielte nicht zentral, wo sein Score am höchsten ist. - Maximilian Mittelstädt: sehr hoher Score (6816), gehörte nicht zum WM-Kader. Vergleich: Antonio Rüdiger (Real Madrid) 3819. - Gegen Paraguay in der Startelf: Rüdiger (3819) und Felix Nmecha (BVB, 4265). Höhere Werte draußen: Nadiem Amiri (Mainz 05, 6371), David Raum (RB Leipzig, 5484). ## Positionen im Fokus - Zentrale Mittelfeldpositionen und Außen („Sechser", „Achter", „Attacking Winger") sind die entscheidenden Positionen im Weltfußball. - „Das Spiel wird im Maschinenraum gewonnen" (Wendt). Nicht Harry Kane/Haaland, sondern Kimmich, Jamal Musiala, Michael Olise — auf der richtigen Position eingesetzt. - Wendt: Toni Kroos mit Abstand einer der besten deutschen Spieler aller Zeiten. ## Ausblick für Klopp - Deutschland hat grundsätzlich genügend Spieler mit entsprechenden Scores, aber Kaderschwächen auf bestimmten Positionen. - In der Breite deutlich dünner aufgestellt als vergleichbare Nationen. - Bundesliga-Scores nehmen ab: Bundesligaspieler im Schnitt 4460 Punkte, Premier-League-Profi 5400. Bundesliga verliert international an Qualität. - Andere Nationen sind bei Kaderstärke voraus, was sich in K.-o.-Wettbewerben kompensieren lassen sollte. - Nächstes großes Turnier: EM in Großbritannien in zwei Jahren.