Robocurve testet **OpenAIs GPT-6 Astra** und **Claude Fable 5.1** mit denselben YAM-Robotarmen und derselben Inspect-Robots-Agent-Policy. Getestet werden zwei Aufgaben:
1. Einen roten Block vom Tisch aufnehmen und in eine Schüssel legen („Block-into-bowl").
2. Ein rundes blaues Puzzleteil am mittleren Knopf aufnehmen und in die passende kreisförmige Nut einsetzen („Puzzle-into-groove").
Jede Aufgabe umfasst 20 Versuche. Die Bewertung erfolgt durch Menschen nach der höchsten erreichten Stufe: Annäherung, Kontakt, Anheben, Positionierung über dem Ziel und endgültige Platzierung.
## Warum das eine andere Liga ist — aber nur bei dieser Aufgabe
Bei der groben visuellen Manipulation ist der Astra-Vorteil deutlich: 19/20 erfolgreiche Platzierungen gegenüber 8/20 bei Fable 5.1, bei kürzerer Laufzeit, deutlich weniger Output-Tokens und etwa halbierten Kosten. Das ist praktisch der Unterschied zwischen „meistens brauchbar" und „regelmäßig scheiternd".
Die schwierigere Puzzle-Aufgabe verhindert aber eine allgemeine Dominanzthese: Astra und Fable 5.1 erreichen beide nur 2/20. Beide Modelle kommen laut Robocurve bis zum letzten Einsetzen in die Nut und scheitern typischerweise dort.
Der Benchmark ist damit ein Signal für **embodied AI**: Entscheidend ist nicht nur, welches Modell abstrakte Benchmarks gewinnt, sondern welches Modell eine physische Aufgabe zuverlässig, schnell und bezahlbar ausführt — einschließlich der Grenzen, die in feinmotorischen Aufgaben sichtbar werden.
Die konkreten Zahlen sind auf der **offiziellen Robocurve-Seite** dokumentiert. Robocurve nennt denselben Versuchsaufbau: gleiche YAM-Arme, gleiche Inspect-Robots-Agent-Policy und je 20 Versuche pro Aufgabe. Die Seite veröffentlicht außerdem Einzelruns mit Scores, Zeiten, Transcripts, Videos und RRD-Dateien.
- **Puzzle-in-groove:** Astra 2/20 (10 %), Fable 5.1 2/20 (10 %); beide scheitern typischerweise am letzten Einsetzen.
- **Ressourcen:** Astra 2,5 Minuten und $0,94 pro Block-Lauf; Fable 5.1 6,8 Minuten und $2,12. Die Ergebnistabelle nennt ~2,1k vs. ~12,9k Output-Tokens.
Damit ist der Astra-Vorteil bei grober visueller Manipulation primär belegt. Eine allgemeine Robotik-Dominanz folgt daraus ausdrücklich **nicht**: Bei der feineren Puzzle-Aufgabe herrscht Gleichstand bei 2/20.
Der Benchmark ergänzt die [Coding-Benchmark-Preis-/Leistungsseite](../llm/coding-benchmark-price-performance.md): Dort geht es um One-Shot-Codegenerierung, hier um eine geschlossene Wahrnehmungs-/Planungs-/Aktionsschleife in physischer Welt. Genau diese Schleife entscheidet, ob ein Sprach- oder Reasoning-Modell außerhalb des Chatfensters praktische Agency entwickelt.
- [[../agents/nvidia-agenten-3d-scene-prep.md]] — NVIDIA-Workflow, der die *andere* Seite derselben Modellfamilie zeigt: GPT-6 Astra als Orchestrator für die Vorbereitung simulationsreifer Welten (statt als Roboter-Policy)